Versuch es
menu

Kleingewerbe Steuerfrei 2024 – Tipps

09.01.2024
Kleingewerbe Steuerfrei 2024 – Tipps

Selbstständige und Freiberufler können durch die Kleinunternehmerregelung bei begrenzten Einnahmen Zeit und Kosten einsparen. In diesem Text erfährst du, was ein Kleingewerbe ist und welche steuerlichen Aspekte sowie Fristen damit verbunden sind.

Steuerfreibetrag für Selbstständige 2024 – was ist ein Kleinunternehmer?

Ein Kleingewerbe ist ein Unternehmen, das aufgrund seiner geringen Größe nicht ins Handelsregister eingetragen werden muss und von der Bilanzierung befreit ist.

Kleingewerbetreibende gelten nicht als Kaufleute und unterliegen nicht dem HGB, sondern dem BGB.

Ein Kleingewerbe kann als Hauptberuf oder Nebentätigkeit ausgeübt werden. Im letzteren Fall spricht man von einem Nebengewerbe.

Die Einordnung als Kleingewerbe hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art und der Umfang der Geschäfte sowie das Betriebsvermögen. Der Gesamtumsatz ist jedoch entscheidend.

Ein Kleingewerbe kann ein Einzelunternehmen oder eine GbR sein.

Freiberufler gelten nicht als Gewerbetreibende und sind von der Gewerbesteuer befreit, unterliegen jedoch engen gesetzlichen Vorgaben bezüglich ihres Tätigkeitsfeldes.

Unternehmen im Kleingewerbesektor können unter die Kleinunternehmerregelung fallen und sind bei einem Umsatz unter 22.000 Euro jährlich von der Umsatzsteuer befreit.

Die Anmeldung eines Kleingewerbes erfolgt beim örtlichen Gewerbeamt, danach beim Finanzamt. IHK oder HWK melden sich automatisch.

Als Kleingewerbetreibender müssen Sie dem Finanzamt eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) vorlegen, um Ihre Einkommensteuer zu berechnen, und je nach Umsatzhöhe Gewerbe- und Umsatzsteuer entrichten.

Rechtsformen für ein Kleingewerbe: Welche sind möglich?

Einzelunternehmer: Wenn Sie alleine ein Kleingewerbe gründen, agieren Sie als Einzelunternehmer. Dabei tragen Sie die Haftung allein mit Ihrem gesamten Privatvermögen.

GbR: Falls Sie Ihr Kleingewerbe mit anderen natürlichen Personen gründen, handelt es sich um eine GbR. Hier haften alle Beteiligten jeweils mit ihrem Privatvermögen.

Die Einordnung als Kleingewerbe hängt primär vom Umsatz ab. Überschreitet ein Kleingewerbe 600.000 Euro Umsatz im Jahr oder erzielt es einen Jahresgewinn von 60.000 Euro, muss die Rechtsform geändert werden. Der Einzelunternehmer wird dann zum eingetragenen Kaufmann, und die GbR wird zu einer OHG. Für saisonale Betriebe wie Hotels können saisonale Richtwerte gelten.

Es gibt weitere Unterscheidungsmerkmale zwischen kleingewerblichen und regulären Unternehmen:

  • Art der Geschäfte (Leistungsumfang, Geschäftsbeziehungen, Kreditvolumen, internationale Präsenz usw.)
  • Betriebsvermögen
  • Geschäftsumfang (Mitarbeiterzahl, Filialen, Anlage- und Umlaufvermögen)
  • Gesamtumsatz (abhängig von der Branche liegt der Richtwert für Saison- oder Jahresumsatz zwischen 175.000 € und 600.000 Euro)

Welche Tätigkeiten sind mit einem Kleingewerbe erlaubt?

Im Vergleich zu Freiberuflern haben Inhaber eines Kleingewerbes mehr Freiheiten bei der Wahl ihrer Tätigkeiten. Während Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlen müssen und unabhängig von ihrem Einkommen nicht zur Bilanzierung verpflichtet sind, sind sie jedoch auf Tätigkeiten mit „ausgesprochen intellektuellem Charakter“ beschränkt (vgl. EuGH C-267/99, Rdn. 42).

Was fällt nicht unter Kleingewerbe, sondern gilt als freiberufliche Tätigkeit?

Gemäß § 18 EstG werden folgende Tätigkeiten als freiberufliche Tätigkeiten definiert:

„selbstständige wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten“

„selbstständige Berufstätigkeiten von Ärzten, Zahnärzten, Tierärzten, Rechtsanwälten, Notaren, Patentanwälten, Vermessungsingenieuren, Ingenieuren, Architekten, Handelschemikern, Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, beratenden Volks- und Betriebswirten, vereidigten Buchprüfern, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktikern, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstattern, Dolmetschern, Übersetzern, Lotsen und ähnlichen Berufen.“

TIPP

Bei Unsicherheiten bezüglich der Einordnung als Freiberufler oder Kleingewerbe kann das Finanzamt Auskunft geben.

Was besagt die Kleinunternehmerregelung?

Gemäß § 19 UstG können Sie die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, wenn Ihr Kleingewerbe im ersten Jahr einen Umsatz unter 22.000 Euro erzielt hat und Sie für das laufende Jahr einen Umsatz unter 50.000 Euro erwarten.

Diese Regelung befreit nicht nur Kleingewerbetreibende, sondern auch Selbständige und Freelancer von der Umsatzsteuerpflicht. Sie ermöglicht ihnen Preisvorteile bei Privatkunden und verringert den bürokratischen Aufwand.

Wann fällt die Steuerlast für ein Kleingewerbe weg?

Obwohl ein Kleingewerbe nicht automatisch steuerfrei ist, bleibt zumindest die Einkommensteuer für Unternehmer eines Kleingewerbes bestehen und muss möglicherweise entrichtet werden, wenn das Einkommen über 11.604 Euro im Jahr liegt (Grundfreibetrag für 2024). Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die Gewerbe- und Umsatzsteuer entfallen, sofern bestimmte Kriterien erfüllt sind. Es lohnt sich, genauer zu betrachten, welche Gewinnschwellen gelten und in welchen Fällen welche Steuerzahlungen zu leisten sind.

Kleingewerbetreibende müssen sich offiziell anmelden und Gewerbesteuern leisten, genauso wie bei einem herkömmlichen Gewerbe. Es besteht keine Verpflichtung zur Zahlung der Gewerbesteuer, solange der erzielte Gewinn nicht die Schwelle von 24.500 Euro übersteigt.

Bei der Gewerbesteuererklärung kann ein Kleingewerbetreibender einen jährlichen Freibetrag von 24.500 € geltend machen. Zusätzlich muss der Kleingewerbetreibende die Umsatzsteuer für sein Kleingewerbe entrichten.

Welche Steuern fallen für Kleingewerbetreibende an?

Die Gewinne aus deinem Kleingewerbe unterliegen der Einkommensteuer. Im Jahr 2024 liegt der Grundfreibetrag bei 11.604 Euro für Alleinstehende und das Doppelte (23.208 Euro) für Verheiratete.

Wie sieht es mit der Umsatzsteuer aus? Diese sind die Steuererklärungen, die ein Kleinunternehmer vornehmen muss.

Für Kleinunternehmer, die die Kleinunternehmerregelung nutzen, entfällt die Pflicht zur Zahlung der Umsatzsteuer. Andere Unternehmer in Deutschland müssen jedoch immer dann Umsatzsteuer abführen, wenn sie Waren oder Dienstleistungen verkaufen. Die geltenden Umsatzsteuersätze betragen 19 Prozent für den regulären Satz und sieben Prozent für den ermäßigten Satz.

Ab wann fallen für Kleinunternehmer Steuern an?

Gewerbliche Kleinunternehmer entrichten normalerweise keine Gewerbesteuer, obwohl sie dazu verpflichtet sind. Einzelunternehmer profitieren jedoch vom Gewerbesteuerfreibetrag von 24.500 €. Bei einem Jahresumsatz von weniger als 22.000 € ist es üblicherweise nicht möglich, einen steuerpflichtigen Gewerbeertrag von über 24.500 € zu erzielen.

Welcher Umsatz ist ohne Gewerbeanmeldung erlaubt?

Sofern der Jahresumsatz 22.000 EUR nicht übersteigt, können Unternehmen von der sogenannten Kleinunternehmerregelung profitieren, die sie von der Umsatzsteuerpflicht befreit.

Wie hoch ist der monatliche Verdienst für Kleingewerbetreibende?

Die Kleinunternehmerregelung für das Jahr 2024 definiert die Erwartungen für Kleinunternehmer. Die Umsatzgrenze ist an die Person des Unternehmers gebunden, nicht an einzelne Betriebe. Wenn jemand beispielsweise drei UGs als Kleinunternehmer besitzt, darf die Gesamtumsatzgrenze von 22.000 Euro nicht überschritten werden. Demnach könnte jede UG bis zu 7.333 Euro umsetzen.

Ist es möglich, als Kleingewerbetreibender steuerfrei einzukaufen?

Bei Anwendung der Kleinunternehmerregelung sind Sie nicht verpflichtet, Umsatzsteuer auf Ihre Umsätze zu erheben. Das bedeutet, dass Sie auf Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer von beispielsweise 19 % ausweisen und an das Finanzamt abführen müssen. Die Verpflichtung zur Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung entfällt ebenfalls.

Welchen Nutzen bietet ein Kleingewerbe?

Der Hauptvorteil als Kleinunternehmer:in liegt in der signifikanten Reduzierung des Verwaltungsaufwands. Im Gegensatz zu umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer:innen entfällt als Kleinunternehmer:in die Notwendigkeit, Umsatzsteuer-Voranmeldungen oder zusammenfassende Meldungen abzugeben.

Was ist die Einkommensgrenze für Kleingewerbetreibende im Jahr 2023?

Die Kleinunternehmerregelung für 2024 bleibt unverändert. Die Umsatzgrenze für Kleinunternehmer*innen beträgt weiterhin 22.000 EUR pro Jahr. (Bis 2020 lag die Grenze bei 17.500 EUR. Seit 2020 beträgt sie 22.000 EUR und wurde nicht erneut angehoben.)

Wie hoch ist der steuerfreie Jahresverdienst 2024?

Der steuerfreie Grundbetrag für das Jahr 2024 liegt bei 11.604 Euro. Gibt es einen monatlichen Steuerfreibetrag 2024? Es existiert in Deutschland kein festgelegter pauschaler monatlicher Steuerfreibetrag. Stattdessen gibt es einen jährlichen Grundfreibetrag von 11.604 Euro für 2024, wodurch Einkommen bis zu diesem Betrag im Jahr steuerfrei sind.

Rechnungen schreiben

Beim Verfassen von Rechnungen als Kleinunternehmer gibt es bestimmte Aspekte zu beachten. Vor allem ist es wichtig, dass keine Umsatzsteuer auf den Rechnungen ausgewiesen wird. Es ist erforderlich, den Grund dafür auf der Rechnung anzugeben, beispielsweise mit dem Hinweis gemäß Paragraph § 19 UStG („Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet“). Abgesehen davon sollten auf der Rechnung die gleichen Informationen vermerkt sein wie auf jeder anderen offiziellen Rechnung.

Soll ich selbst die Steuererklärung machen oder einen Steuerberater beauftragen?

Buchhaltung ist selten als aufregend empfunden – für die meisten eher lästig. Doch unabhängig davon, sie muss erledigt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Eine davon ist, alle Belege chronologisch zu sammeln und sie einem Steuerberater zu übergeben. Eine alternative Option ist das DIY-Prinzip. Es gibt verschiedene Rechnungs- und Buchhaltungsprogramme, die bei der Bewältigung dieser Aufgaben unterstützen können.

Seltene Betriebsprüfungen

Der Fiskus verlässt sich normalerweise auf die Selbstauskunft von Selbstständigen und Unternehmern, indem sie Steuererklärungen einreichen, ohne üblicherweise Belege vorlegen zu müssen. Steuerlich relevante Dokumente müssen für zehn Jahre aufbewahrt werden, um sie bei einer möglichen Überprüfung durch das Finanzamt mit den Steuererklärungen abzugleichen.

Es gibt gute Nachrichten: Kleingewerbe werden im Durchschnitt nur alle 30 Jahre einer Betriebsprüfung unterzogen. Noch seltener ist dies bei „Kleinstbetrieben“ der Fall, die einen Umsatz von bis zu 160.000 Euro und einen Gewinn von bis zu 34.000 Euro erzielen – hier steht ein Prüfer im Schnitt sogar nur alle 100 Jahre (!) vor der Tür. Viele Kleinstbetriebe werden daher überhaupt nicht geprüft. Jedoch besteht die Möglichkeit, dass das Finanzamt innerhalb weniger Jahre mehrmals Kontakt aufnimmt.

Trotzdem oder gerade deshalb ist es ratsam, sich bei der Gewinnermittlung und anderen steuerlichen Pflichten von einem Steuerberater unterstützen zu lassen. Heutzutage werden durch elektronische Plausibilitätsprüfungen des Finanzamts Fehler, Versäumnisse und Ungereimtheiten von Kleingewerbetreibenden viel schneller erkannt als früher. Selbst wenn der Steuerpflichtige sich keiner Schuld bewusst ist, können diese Prüfungen zu vermeidbaren Steuerüberprüfungen mit ungewissem Ausgang führen.

Diese Website verwendet Cookies, um Dienste auf höchstem Niveau bereitzustellen. Indem Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie deren Verwendung zu